9 May 2019

Seit ich vor sieben Jahren Mutter wurde, ist mir in Erziehungsfragen eins klar geworden: Es gibt keinen allgemeingültigen Plan, vielmehr muss man situationsbedingte Lösungen suchen und versuchen, seinen Job jeweils so gut wie möglich zu machen.

Ascanio war noch nie ein quengeliges, launiges Kind, aber wie alle Kinder, hat er manchmal Dinge getan, die er nicht tun sollte.

Ich erinnere mich noch an einen Vorfall als er fünf Jahre alt war und im Garten spielte. Er hat mit seinem Freund gespielt, ihn geschubst und nach hinten umgeworfen.

Damals habe ich ihn geschimpft, aber allem voran habe ich versucht, ihm zu erklären, warum bestimmte Verhaltensweisen nicht in Ordnung sind. Und das habe ich jedes Mal gemacht, wenn er sich nicht so verhielt, wie er sollte. Allem voran habe ich es immer mit Worten versucht. Auch zum Lernen, Sport treiben und anderen Hobbys habe ich ihn mit Worten angespornt und das mache ich auch heute noch so.

Wie die meisten Kinder ist auch Ascanio sehr neugierig und sprunghaft.

Ich vermeide weitestgehend Erziehungstechniken im Stil von “Zuckerbrot und Peitsche” oder Ansagen wie:„Wenn du brav bist, kaufe ich dir zwei Päckchen Sammelkarten oder ein Spiel, das dir gefällt”.

Selten habe ich mich auf solche Deals eingelassen. Wenn es dann doch mal vorgekommen ist, habe ich es im Nachhinein immer bereut.

Ich bin immer davon ausgegangen, dass, wenn man erst einmal damit anfängt, im Rahmen der Mutter-Sohn-Beziehungen “Konditionen” wie “kleine Erpressungen” einzuführen, kommt man irgendwann aus dem Teufelskreislauf nicht mehr heraus. Also habe ich auf Überzeugungstaktikten im Stil von „Wenn du …, dann mache ich …l“ verzichtet.

Mir gefällt der Gedanke, dass Ascanio das, was er tut, ob er nun lernt oder Hausaufgaben macht, für sich selbst macht und daraus eine Befriedigung für sich selbst zieht.Oder zumindest, dass er dies lernt.

Ebenso gefällt mir der Gedanke, dass “er sich Mühe gibt” und versteht, dass diese Mühe Teil der Lebenserfahrung ist.

“Materielle Belohnungen” habe ich dagegen immer für sinnlos gehalten. Verbale Belohnungen waren mir wichtiger. Oder, noch viel besser, eine Umarmung oder einen meiner zahllosen Küsse.

Zwischen uns lief es immer auf diese Art.

Jede Art von Beziehung benötigt Klarheit statt Erpressungen.

Wenn er ein Spiel möchte, dann bittet er mich darum. Manchmal erfülle ich ihm den Wunsch, andere Male nicht. Auch, etwas nicht zu bekommen, was man sich wünscht, ist eine wichtige Lebensschule.

Zweifellos wäre es vor allem abends, wenn ich müde von der Arbeit nach Hause komme und er launig ist, einfacher, mit ihm zu verhandeln oder sich auf seine Erpressungsversuche einzulassen. Unabhängig davon, ob es Bestrafungen oder Motivierungen sind, müssen unsere Beziehungen jedoch auf einem stabilen Fundament stehen.

Wichtig ist, dass jedes Kind für sich den Ansporn findet, Dinge zu tun und zu verstehen, wenn es Fehler gemacht hat. Ich glaube nicht, dass Bestrafungen diesbezüglich hilfreich sind, Worte und Erklärungen jedoch schon.

Mutter sein ist wirklich der schwierigste Job auf Erden. Aber auch Kindsein ist in der heutigen Zeit alles nur nicht einfach.

Aber wir müssen es versuchen und das Fundament für eine bedeutende, wichtige Beziehung bilden.Ma bisogna provarci. Gettare le basi solide per una relazione significativa e importante.