20 April 2018

Wenn ich mit meinen mittlerweile großen Kindern, die bereits die Universität verlassen haben, über ihre Kindheit rede, sagen mir alle drei, dass die schönste Erinnerung das allabendliche Lesen vor dem Insbettgehen ist. Ich habe ihnen immer ein Märchen oder einige Seiten aus einem Buch vorgelesen, das wir gemeinsam ausgewählt hatten.Auch ich erinnere diese Zeit als magischen Moment, in dem das Buch in meinen Händen sich in ein Instrument verwandelte, das uns in einer nur uns gehörenden Erfahrung annäherte.

 

 

Lautes Lesen schenkt Kindern in jeder Hinsicht eine reichhaltigere Entwicklung.

 

Einige wissenschaftliche Forschungen belegen, dass das laute Vorlesen eines Buches, wenn man bereits im frühesten Kindesalter damit anfängt, deren intellektuelle, linguistische, emotionale, gefühlmäßige und gesellschaftliche Gesamtentwicklung dbegünstigt, was erhebliche Auswirkungen auf das gesamte Erwachsenenleben hat.

Mit anderen Worten wird eine offenere und positivere Einstellung gegenüber dem Lernen, Wissen und der Kultur erzielt.

 

Die Entwicklung von Vorstellungskraft und der Fähigkeit zur Problemlösung

 

Lesen kann sich als regelrechts Sportstudio zum Trainieren des Gehirns. erweisen.Tatsächlich gewöhnt das Lesen Kinder daran, sich von ihrem Alltag unterscheidende Situationen auszumalen und sich mithilfe von Fantasie und Vorstellungskraft vorzustellen, was passieren wird.Indem sie sich in die Hauptfiguren hineinversetzen, beginnen sie darüber nachzudenken, was sie unternehmen könnten, um deren Probleme zu lösen.

 

Worte entstehen im Kopf

 

ADurch das Lesen lernen Kinder neue Worte , die in einem bestimmten Zusammenhang verwendet werden und gewöhnen sich daran, ihre eigenen Ideen immer besser zum Ausdruck zu bringen.Indem sie Gedanken einen Namen geben, stärken Kinder ihren Geist und geben diesen eine deutlichere und dauerhafte Bedeutung. Sie erkennen sie wieder und sind bereit, sie auch im Rahmen zukünftiger Lebenserfahrungen zu verwenden, was ihre Fähigkeit zur Kommunikation mit der Außenwelt deutlich verbessert.

 

Mehr Raum den Emotionen

 

Durch das Hineinversetzen in die Hauptfigur einer Erzählung lernen Kinder, Gefühle, die sie empfinden, zu erkennen und diesen einen Namen zu geben. Sie lernen also ihre Emotionen zu erkennen und mitzuteilen wenn sie diese erneut durchleben.Auf diese Weise gewöhnen sich Kinder daran, eine Verbindung zwischen Worten wie Freude, Wut, Angst, Verwunderung und anderen Seelenzuständen herzustellen.
Durch das Lesen einiger Erzählungen kann man Kindern helfen, Emotionen zu verstehen, die in einigen besonders schwierigen Lebenssituationen auftreten, wie beispielsweise Einsamkeit oder Verlassenheit.
LGeschichten mit irrealen Hauptfiguren dämpfen durch diese erzeugte Emotionen und machen diese verständlich (Verzweiflung, Traurigkeit, Angst). Außerdem bereiten sie darauf vor, Situationen zu konfrontieren, die das Leben leider mit sich bringt und, die ohne jede Vorbereitung und Ausarbeitung auf imaginärer Ebene wesentlich traumatischer erlebt werden würden.

 

Lesen ist eine wertvolle Quelle aus der Empathie entstehen kann.

Wenn Kinder daran gewöhnt sind, sich nicht nur bezüglich der erfolgenden Aktionen, sondern auch der durchlebten Emotionen in die Hauptfiguren hineinzuversetzen, trägt Lesen dazu bei, Empathie entstehen und wachsen zu lassen, also die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und ihre Emotionen zu verstehen.

 

Gemeinsam Lesen, um sich noch verbundener zu fühlen

 

Gemeinsames Lesen hat eine positive Wirkung auf das Eltern-Kind-Verhältnis, da es eine Gelegenheit darstellt, in der Mama und Papa abschalten, um sich ihren Kindern zu widmen.Eine Geste der Liebe, eine angenehme, positive Erfahrung, die die Beziehung und sichere Verbundenheit stärkt.Man kann im Sitzen oder zusammen auf dem Sofa oder Bett liegend lesen oder das Kind dabei im Arm halten.Auf diese Weise werden die emotive Komplizenschaft und Intimität täglich gestärkt und Eltern wie Kinder mit Zärtlichkeit, Wohlgefühl und Heiterkeit belohnt.